Day thirty-eight

01.04.15, Nachdem ich am nächsten Morgen vom sanften Kitzeln der Sonnenstrahlen auf meiner Nasenspitze geweckt worden war, richtete ich mich langsam in meinem Bett auf. Neben den zahllosen Fenstern tanzten die weiten Vorhänge im Wind. Aus dem Garten drang die wunderschöne Melodie der friedlich umherfliegenden Dohlen herein - untermalt vom funkelnden Lichtspiel der, sich in den verzierten Glasscheiben reflektierenden, aufgehenden Morgensonne. Nun mögt ihr in etwa einen Eindruck erhalten haben, wie ich mich zwecks dieser einzigartigen Szenerie in diesem Augenblick gefühlt hatte. Ich war schier überwältigt! Und es trug nicht gerade dazu bei, die sich überschlagenden Ereignisse des letzten Tages zu verarbeiten - dazu wirkte es zu sehr wie in einem Traum. Unentschlossen, wie ich meinen Tag beginnen sollte, schnappte ich kurzerhand meine - in der Mitte des Rundtischs liegende - Gitarre, hielt einen Moment inne, da ich mich nicht erinnern konnte, sie dort am Vorabend platziert zu haben, und entschied mich daraufhin, für's erste nichts mehr in dieser Villa hinterfragen zu wollen. Stattdessen würde ich es von nun an als willkommene Abwechslung zu den Reisestrapazen der letzten Tage und Wochen betrachten. Nachdem ich eine Weile durch die Gänge gelaufen war, gelangte ich schließlich in eine prächtige Gartenanlage. Doch trotz all ihrer Herrlichkeit schien sich niemand hier aufzuhalten. Ich folgte als dem breit angelegten Pfad ein Stückchen und lehnte mich - den Kopf zum Himmel gerichtet - an eine der weißen Säulen, die zu gleichen Zahlen die Seiten des Weges säumten. Die Sonne stand mittlerweile schon um einiges höher, deshalb entschloss ich mich - in der festen Überzeugung ein leises Grummeln aus meinem Magen vernommen zu haben - dass es Zeit für eine weitere Mahlzeit sei. Während ich mir ausmahlte, welche köstlichen Speisen ich dieses mal an der Tafel vorfinden würde, erschallte plötzlich ein krachender Ton von meinen Füßen zu mir herauf. Erschrocken fuhr ich zurück und sah den Unterarm der Figur samt Hand zerbrochen vor mir am Boden liegen. Vorsichtig schob ich die Überreste unter einen der nahen Büsche und richtete mich wieder auf, als ich auf einmal die Dame mit dem Schlüsselbund zu rechten näher kommen sah. Ich stimmte ein Lied auf der Gitarre an, in der Hoffnung, dass sich ihre Aufmerksamkeit nicht auf den einarmigen Maler hinter mir richten würde. Zu meiner Verwunderung schien diese Melodie eine besondere Wirkung auf die Leute dieser Region zu haben, denn in der Ferne sah ich das Personal auf die Balkone des Hauses heraustreten und auch die Dame hatte ihren Gang nun verlangsamt, um besser lauschen zu können. Nachdem ich dieses Lied (und noch unzählige weitere) beendet hatte, führte sie mich durch die Gänge zu meinem wohlverdienten Frühstück. Euphorisch, Euer Tau

8.3.15 20:37

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