Day fourty-five

08.04.15 Die Lage hat sich zugespitzt! Ich lag letzte Nacht wach in meinem Bett - nichts ahnend an meine liebe Aurelie denkend - als ich auf einmal vor meinem Fenster das Knatschen von Schritten im Kiesbett wahrnahm. Ein leises Tuscheln. Stille. Ich sprang aus meinem Bett und lief rüber zum Fenster. Doch als ich dort ankam, war von den Nachtschwärmern bereits nichts mehr zu sehen geschweige denn zu hören. Also legte ich mich unbekümmert zurück unter die Bettdecke und versuchte ein bisschen zu schlafen. Allerdings erschienen die Schritte erneut. Dieses mal draußen auf dem Gang. Das Schritttempo war hörbar erhöht und nun erkannte ich auch die aufgeregten, klar durch den langen Gang hallenden Stimmen der Dame mit dem Schlüsselbund und des Pförtners. Ein Klicken im Schloss meiner Zimmertüre und die beiden entfernten sich mit schnellem Schritte in Richtung Eingangshalle. Meine unglückliche Situation bereits erahnend, drückte ich probeweise die Türklinke herunter. Doch die Türe war fest verschlossen und ließ sich keinen Millimeter bewegen. Dies ist wohl der geeignete Augenblick, um euch von einer Kleinigkeit zu berichten, die mir zunächst nicht weiter erwähnenswert schien. Seit einigen Tagen hörte ich jede Nacht von draußen im Garten ein leises, vibrationsähnliches Geräusch. Es war allerdings kein gleichmäßiges, sondern es erfolgte in unregelmäßigen Abständen - Zeichen aus dem Morsealphabet wie ich mittlerweile herausgefunden hab. Als ich einen Blick aus dem Fenster geworfen hatte, war jedoch nichts zu sehen und das Geräusch verstummte jedes mal recht schnell wieder. Nach den eben erwähnten Ereignissen nach das Geräusch nun erneut wahr und entschied mich dazu zwecks der Aussichtslosigkeit meiner Lage einen Blick hinunter in den Garten zu werfen. Dabei entdeckte ich den Studenten, der unten um Gras stand und fröhlich zu mir heraufwinkte als er mich erblickte. Daraufhin deutete er auf die Hauswand. Es dauerte eine Weile, bis ich realisierte, dass er versuchte mir zu signalisieren, über die Ranken unterhalb meines Fensters zu ihm herunterzuklettern. Als ich unten angekommen war, fischte er sein Handy aus einem der umliegenden Büsche und rannte mit wilden Schritten ins Dunkel hinein in Richtung Garten. Kommunikation war von ihm wohl nicht zu erwarten, also setzte ich mich nach kurzem Zögern (um einiges schwerfälliger als der Student) in Bewegung und lief ihm nach. Das Ende der Geschichte ist, dass ich nun ohne jegliche Orientierung irgendwo alleine auf einem hohen Baum sitze und die gesamte Hausgesellschaft hinter mir her ist, um mich wieder einzufangen. Erschöpft, Euer Tau

8.3.15 21:07

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